12.06.2015
Bauer: Zeugenaussagen in Modellauto-Affäre glaubwürdig und überzeugend

Prof. (Univ. Lima) Dr. Peter Bauer, Abgeordneter der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion und Mitglied des Untersuchungsausschusses, zur Zeugenanhörung im Untersuchungsausschuss „Modellbau“ im Bayerischen Landtag:

„Die Strategie der CSU, den französischen Geschäftspartner des Ehepaars Haderthauer, Herrn Ponton, als unglaubwürdig darzustellen, ist völlig in sich zusammengebrochen. Der Zeuge wirkte bei der gestrigen Anhörung absolut glaubwürdig und überzeugend. Auch der Gründungsgesellschafter und zweite Zeuge Sager vermittelte diesen Eindruck. Entscheidend waren die übereinstimmenden Aussagen, dass das Modellauto-Projekt nicht in erster Linie als Therapie für psychisch kranke Straftäter ausgelegt, sondern als reines Geschäfts-Modell aufgebaut war. Ein ‚von Idealismus getragenes Engagement‘ der Haderthauers konnten die Zeugen nicht annähernd bestätigen. Außerdem ist deutlich geworden, wie sehr der Dreifachmörder Roland S., der die Modellautos für die Firma ‚Sapor Modelltechnik‘ baute, unter Druck stand. Er musste laut Zeugenaussagen an sieben Tagen in der Woche bis zu zwölf Stunden täglich arbeiten. Seltsam erscheint auch die Tatsache, dass der Betroffene nach seiner Verlegung in die JVA Straubing im Hochsicherheitstrakt untergebracht war, obwohl er laut Zeugenaussagen zu Beginn seines Maßregelvollzugs in Ansbach außerhalb des Gefängnisses jahrelang einkaufen gehen konnte. Zudem bleibt auch nach wie vor ungeklärt, wer mit wem welche Verträge ausgehandelt hat: Dr. Haderthauer war sowohl behandelnder Arzt als auch Auftraggeber für die Modellautos und sogar ‚Vertriebsleiter‘– meiner Meinung nach ist das eine völlig dubiose und bizarre Konstellation.“

 

 


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