13.03.2015
Fahn: Deutsche aus Russland sind eine Bereicherung für unsere Gesellschaft

Parlamentarischer Abend der FREIEN WÄHLER im Bayerischen Landtag „Deutsche Zuwanderer aus Russland“

München. 2,5 Millionen Menschen: So viele deutschstämmige Bürger sind in den vergangenen sechzig Jahren aus der ehemaligen Sowjetunion und den postkommunistischen Reformstaaten Osteuropas nach Deutschland gekommen – allein 300.000 fanden in Bayern eine neue Heimat. Wie wurde dieses beispielhafte Werk der Inte­gration möglich? Das fragten die FREIEN WÄHLER am Freitagabend im Bayerischen Landtag beim Parlamentarischen Abend „Deutsche Zuwanderer aus Russland: Bereicherung unserer Gesellschaft!?“

Der vertriebenenpolitische Fraktionssprecher Dr. Hans Jürgen Fahn sagte in seiner Eröffnungsrede, die FREIEN WÄHLER wollten die verschiedenen Volksgruppen in Bayern kennenlernen und sich für deren Anliegen im Landtag einsetzen. Rund 400.000 in Russland lebende Nachfahren der ersten Generation seien während des Zweiten Weltkriegs als Feinde angesehen, nach Zentralasien deportiert und dort zum Teil umgebracht worden. „Sie konnten oft nur überleben, indem sie alles Deutsche ausmerzten. Dies war dann ein zweiter Heimatverlust, ein wirklich hartes Schicksal. Umso wichtiger ist es für uns zu hören, wie sie sich in ihrer neuen Heimat Bayern integrieren konnten.“ Waldemar Eisenbraun, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LDR), betonte, seine Heimat sei dort, wo er sich wohlfühle, unter Menschen, denen er vertraue. Heimisch fühle er sich „zu hundert Prozent“ in Deutschland. In den anschließenden Erlebnisberichten lernten die Zuschauer drei sehr unterschiedliche Beispiele geglückter Integration kennen. Eines jedoch war allen gemein: die Zielstrebigkeit, mit der es jedem einzelnen gelungen war, in Deutschland nicht nur heimisch, sondern auch beruflich erfolgreich  zu werden.

„Russlanddeutsche gelten als zuverlässig, fleißig und innovativ – das hat ihre Inte­grationschancen in Bayern ohne Zweifel entscheidend befördert“, lobte deshalb Bernhard Pohl auch seine Gäste bei der anschließenden Podiumsdiskussion. Integration bedeute aber nicht nur hier zu leben, sondern aktiv Kontakte zu knüpfen. Dabei spielten vor allem Vereine eine große Rolle, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende weiter. Pohl wünschte sich zugleich mehr mediale Aufmerksamkeit der Medien für die Russlanddeutschen, sie verdienten eine positivere Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Dazu äußerte Eisenbraun, die Russlanddeutschen seien sehr darum bemüht, sich vor allem als Leistungsträger zu präsentieren und in der Öffentlichkeit anerkannt zu werden. Das früher weit verbreitete Vorurteil von „Sozialschmarotzern“ und „Zuwanderern in die Sozialversicherungssysteme“ sei längst erfolgreich widerlegt worden. Die LDR wisse die Einladung der FREIEN WÄHLER in den Bayerischen Landtag daher besonders zu schätzen.

Fahn forderte in seinem Schlusswort eine bessere Vernetzung von Politik und den einzelnen Volksgruppen in Bayern. „Auch wir wollen über Bildung und über Zeitzeugenprojekte vor allem in Schulen mehr Interesse für die Russlanddeutschen generieren. Sie benötigen neben zusätzlichen regionalen Stützpunkten auch Heimatmuseen und die Schaffung einer Forschungseinrichtung, um die Geschichte der Russlanddeutschen noch besser aufzubereiten.“ Dafür wollten sich die FREIEN WÄHLER mit neuen parlamentarischen Initiativen im Bayerischen Landtag einsetzen, versprach Fahn: „Für eine historisch gewachsene Volksgruppe in Deutschland, die eine echte Bereicherung für uns hier in Bayern ist.“

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