05.12.2017
Fraktion vor Ort: FREIE WÄHLER informieren über Situation in der Pflege

Herz: Bund, Land und Kommunen müssen Fachkräftemangel gemeinsam bekämpfen

Immenstadt/München. Vor welchen Herausforderungen steht die Pflege aktuell? Was zeichnet gute Pflege aus? Wie kann die Politik dem Pflegekräftemangel entgegenwirken? Diese und weitere Fragen beantwortete der Allgäuer FREIE WÄHLER-Landtagsabgeordnete Dr. Leopold Herz gemeinsam mit einer Expertenrunde bei der Infoveranstaltung „Fraktion vor Ort“ in Immenstadt. Daran nahmen außerdem die Pflegeexperten Florian Adorf, Einrichtungsleiter Seniorenresidenz Blaichach, Prof. Dr. Philipp Prestel, Fakultät Soziales und Gesundheit FH Kempten, Alfred Reichert, Vorsitzender Bayerisches Rotes Kreuz Oberallgäu und Jennifer Wörz, Geschäftsführerin Caritas Oberallgäu, teil.

Schon jetzt fehlt es an qualifiziertem Pflegepersonal – ein Problem, das sich weiter verschärfen wird, wenn die Politik nicht gegensteuert“, mahnte Herz. Immer mehr Menschen im Freistaat seien älter als 65 Jahre und die Lebenserwartung steige weiter an. „Gleichzeitig sind Familienangehörige aufgrund ihrer privaten oder beruflichen Situation immer seltener in der Lage, sich um pflegebedürftige Verwandte zu kümmern.“ Es sei höchste Zeit, den Fachkräftemangel auch von politischer Seite anzugehen, sonst stehe die Versorgung Pflegebedürftiger über kurz oder lang vor einem Kollaps, befürchtet Herz.

Dazu müssten sich die politisch Verantwortlichen auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene zügig mit Vertretern der Pflegeverbände und -kassen an einen Tisch setzen, so die Expertenrunde. „Wir brauchen eine ‚Charmeoffensive‘, um Heranwachsende für pflegende Berufe zu begeistern“, sagte Herz. Denn problematisch sei auch das schlechte Image der Pflegeberufe.

„Wir müssen der Bevölkerung deutlich klarer kommunizieren, wie wichtig der Beruf des Pflegers ist, damit ihm endlich die nötige gesellschaftliche Anerkennung entgegengebracht wird“, betonte Herz. Wichtig sei zudem, die derzeitigen Arbeitszeitmodelle zu flexibilisieren und die Pfleger durch Personalaufstockungen zu entlasten.  

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