16.07.2012
FREIE WÄHLER luden zum „Schäfertag“ in den Bayerischen Landtag ein

Müller: Schäfer sind die besten Artenschützer

München (nh). Die FREIE WÄHLER Landtagsfraktion hat sich mit Schäfern aus dem gesamten Freistaat zu einem Informationsgespräch getroffen. Neben dem Fraktionsvorsitzenden Hubert Aiwanger und der agrarpolitischen Sprecherin, MdL Ulrike Müller, diskutierten auch der Parlamentarische Geschäftsführer Florian Streibl sowie MdL Dr. Leopold Herz mit den Bayerischen Schafhaltern. Wichtigste Themen waren dabei die immer geringer und teurer werdenden Weideflächen, die Problematik der großen Beutegreifer sowie ständig steigende Auflagen und Nachwuchssorgen der Bayerischen Schafhalter.

Ulrike Müller, agrarpolitische Sprecherin und Mitglied des Landwirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag: „Ohne Schafe würden für den Naturschutz und die Kulturlandschaft bedeutsame Flächen von der Fränkischen Alb bis ins Oberbayerische Berggebiet verwildern und zuwachsen.“ Gerade Flächen, die landwirtschaftlich nicht intensiv nutzbar sind, aber eine große Bedeutung für die Artenvielfalt haben, könnten ohne Schafe nur durch kostenintensives Mähen erhalten werden, zudem seien die Schafe als „Transporteur“ der Samen für vielen Pflanzenarten existenziell, so Müller weiter. Probleme bereiten den Schäfern im Oberland die großen Beutegreifer. Bär und Wolf ließen sich nach Ansicht der Schafhalter nicht mehr in unsere Kulturlandschaft integrieren. Müller: „Das Umweltministerium wollte längst einen Managementplan für Bär und Wolf vorlegen. Solange der nicht vorliegt, herrscht noch mehr Verunsicherung bei den Betroffenen.“ Die Praxis habe gezeigt, dass Schutzmaßnahmen wie beispielsweise Zäune entweder nicht finanzierbar oder wirkungslos seien, so der jagdpolitische Fraktionssprecher, Florian Streibl: „Der Wolf gefährdet den Kulturraum Bergweide. Die Tiere sollten betäubt und umgesiedelt werden.“

 Auch Dr. Leopold Herz, forstpolitischer Sprecher der Fraktion, spricht sich gegen freilebende Wölfe aus: „Der Einsatz von Herdenschutzhunden ist zu gefährlich, da diese auch Wanderer und Fahrradfahrer angreifen, die sich den Schafen nähern. Zudem schrecke der Gedanke, einem Wolf direkt zu begegnen, viele Touristen eher ab.“ Eine weitere Gefahr für die Schafherden stellt die massiv gestiegene Zahl von Krähen dar, denen immer mehr Schafe zum Opfer fallen. Müller und Streibl sind sich einig, dass hier sinnvolle Rahmenbedingungen für die Bejagung von Krähenvögeln geschaffen werden müssen.  Auch die Energiewende bekommen die Schafhalter immer stärker zu spüren. Die Pacht für Weideland steigt ständig, weil viele Bauern lieber Mähen lassen und das Gras an Biogasanlagen verkaufen. Zudem stehen auf immer mehr Flächen Photovoltaikanlagen. Diese Flächen werden nicht als Futterfläche anerkannt. Die Folge: die Schafhalter verlieren  staatliche Zuschüsse, weil sie „offiziell“ zu viele Tiere auf zu wenig Fläche halten.

Hubert Aiwanger, Vorsitzender der FREIEN WÄHLER: „Hier muss die Politik schleunigst handeln. Wir müssen die Landwirte bei der Umsetzung der Energiewende mitnehmen. Flächen, auf denen Photovoltaikanlagen errichtet werden, müssen als Futterflächen anerkannt werden. Wir werden uns dafür einsetzen, dass Photovoltaikflächen verstärkt zur Schafbeweidung genutzt werden.“ Auch die ständig wuchernden Verwaltungsvorschriften machen die Schafhaltung immer schwieriger und unwirtschaftlicher. „Wir müssen dafür sorgen, dass auch die nächste Generation Schäfer eine Perspektive hat. Wir benötigen hier ähnliche Förderprogramme, wie sie es für Rinderzüchter und Imker bereits gibt“, so Ulrike Müller abschließend.


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