29.02.2016
Lernen für eine solidarische Gesellschaft

Service Learning - was ist das?

In Bayern engagieren sich leider immer weniger Schüler ehrenamtlich. Wir wollen diesen Trend endlich umkehren. Denn: Die Werteerziehung stellt eine grundlegende Säule der pädagogischen Arbeit dar und muss weiter gestärkt werden.  Die Vermittlung von Werten ist dabei nicht an ein spezielles Fach gekoppelt, sondern es kommt in der Schule darauf an, soziale und personale Kompetenzen zu fördern und die Hinführung junger Menschen zu gesellschaftlicher Verantwortungsübernahme mit der Vermittlung schulischer Lehrinhalte effektiv zu verbinden. Hier kommt das sogenannte Service Learning ins Spiel.

Service Learning, auch Lernen durch Engagement genannt, verbindet im Lehrplan verankerte Unterrichtsinhalte mit konkreten gemeinnützigen Projekten im näheren Umfeld der Schule. Mit Hilfe dieser Lehr- und Lernmethode kann bürgerschaftliches Engagement bereits an den Schulen angebahnt und mit konkreten Unterrichtsinhalten unterschiedlicher Fächer verknüpft werden. Wir FREIE WÄHLER haben  gefordert, die kompetenzorientierte Lehr- und Lernmethode des Service Learning bei den neuen Lehrplänen an den weiterführenden Schulen fest zu etablieren. US-Studien zeigen nämlich, dass Service Learning zu weniger Mobbing, zum Abbau von Vorurteilen und zur Reduzierung von Vandalismus führt. Außerdem wird die Identifikation mit der Schule gefestigt. Interessant ist auch, dass  hierbei am meisten die Schüler profitieren, die anfangs nicht freiwillig mitgemacht hätten.

Mögliche Projekte können in der Gemeinde Handykurse für Senioren die Anlegung eines Naturlehrpfads zur Vermeidung von Umweltverschmutzung oder die Organisation von Spielpausen für jüngere Schüler direkt an der Schule sein. So lernen Jugendliche sich zu engagieren, ohne eine Gegenleistung zu erwarten - und davon profitieren letztlich alle. Im Jahr 2016 werden wir deshalb eine weitere Offensive zum Service Learning starten. Positiv ist, dass wir dabei vom Landesnetzwerk „Bürgerschaftliches Engagement“ von Frau Prof. Doris Rosenkranz von der Universität Erlangen-Nürnberg tatkräftig unterstützt werden.

Dr. Hans-Jürgen Fahn, MdL
Mitglied im Ausschuss für Soziales und Mitglied im Runden Tisch Ehrenamt

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