14.05.2017
Parlamentarischer Abend der FREIEN WÄHLER „Alpenraum 2030 – neue Wege in zeitloser Schönheit“

Streibl: Klimawandel mit Elektromobilität und nachhaltiger Energiegewinnung bekämpfen

München. Klimaschutz, Elektromobilität und der Erhalt von Baudenkmälern: Darum ging es am Freitag beim Parlamentarischen Abend der FREIEN WÄHLER „Alpenraum 2030 – neue Wege in zeitloser Schönheit“. Florian Streibl, Parlamentarischer Geschäftsführer, sowie der Vorsitzende des Landtagswissenschaftsausschusses Prof. Dr. Michael Piazolo, diskutierten vor rund 100 Gästen mit Experten über drängende Fragen für die Zukunft unserer Alpenregion.

Streibl stellte gleich zu Beginn der Veranstaltung fest: „Unsere alpenländische Heimat in ihrer zeitlosen Schönheit zu erhalten und zu fördern ist eine Aufgabe, der wir uns als FREIE WÄHLER stellen wollen.“ Zudem wies der Abgeordnete aus Oberammergau darauf hin, dass der Klimawandel den Bayerischen Alpenraum vor erheblich größere Herausforderungen stelle als andere Regionen Deutschlands: „Zwei Grad Erwärmung bedeuten bei uns eine Verschiebung der Vegetationszone um rund 200 Höhenmeter“, warnte Streibl. Der Rückgang des Permafrostes und vermehrte Starkregenfälle hätten für die Menschen in der Region dramatische Auswirkungen. Die Vegetation ändere sich, Wildbäche würden zu reißenden Strömen und halbe Berghänge gerieten in Bewegung – so wie die Mure Hechendorf. „Daher muss auch im Alpenraum die Energiewende greifen: Elektromobilität, Car-Sharing und die Nutzbarmachung nachhaltiger Energiegewinnung stehen dabei im Vordergrund“, so Streibl.

Hubert Mangold, 1. Bürgermeister in Schwaigen (Lkr. Garmisch-Partenkirchen), erläuterte, seine Gemeinde habe beste Voraussetzungen für die Energieautarkie: Zwei Drittel des Gemeindeeinzugsgebiets bestehe aus Wald, sodass der Energieträger Holz eine ebenso große Rolle spiele wie die Fotovoltaik. Die Carsharing-Stromtankstellen in Schwaigen speisten sich überwiegend aus Sonnenkraft – diese Nutzung sei wirtschaftlicher, als den überschüssigen Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen. Mangold kritisierte die Staatsregierung. Diese unterstütze die Kommunen nicht ausreichend, dabei seien Know-how, Infrastruktur und Geld für eine zügige Bewältigung der Energiewende fast im Überfluss vorhanden.

Egal ob Pellets oder Hackschnitzel: Energie aus bayerischen Wäldern kann einen bedeutenden Beitrag zur Energieautarkie bayerischer Städte und Gemeinden leisten, erklärte Florian Diepold-Erl. Er ist Klimaschutzmanager des Landkreises Garmisch-Partenkirchen und schätzt das Potential zur Steigerung der Holzvermarktung mit Pellets und Hackschnitzeln auf rund 30 Prozent. Eine solche Holzausbeute sei nachhaltig möglich – ohne dem Wald zu schaden. Hier müsse die Politik jedoch kleinen Privatwaldbesitzern attraktivere Angebote machen.

Dem stimmte Dr. Leopold Herz, agrarpolitischer Fraktionssprecher, uneingeschränkt zu. Der Allgäuer Abgeordnete zeigte sich in Bezug auf den Vorstoß für einen dritten Nationalpark in Bayern äußerst skeptisch. „Einen Nationalpark Ammergebirge lehnen wir klar ab. Denn es kann nicht sein, dass hierzulande ganze Wälder stillgelegt werden, während wir viel Geld ausgeben, um aus den USA Pellets zu importieren.“ Die Energiewende müsse endlich von unten nach oben erfolgen – doch die Staatsregierung habe längst gezeigt, dass sie eine Demokratisierung der Energieproduktion nicht wolle, so Herz.

Auch der Denkmalschutz im südbayerischen Raum war Thema des Abends. Hier bietet das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) eine bemerkenswerte Dienstleistung: So sind sämtliche der 109.000 bayerischen Denkmäler auf der Homepage der Behörde verfügbar – digitalisiert und im Internet abrufbar über einen Denkmal-Atlas. Die Vielfalt von Denkmälern in der bayerischen Landschaft sei wichtig für die Identität des Freistaats, so BLfD-Abteilungsleiter Dr. Walter Irlinger. Historiker Anton Brandner berichtete über die besonderen Erfordernisse des Denkmalschutzes im Alpenraum.

Abschließend betonte Florian Streibl die Bedeutung der Alpen als jahrtausendealtem Kultur- und Siedlungsraum: „Der bayerische Alpenraum war immer schon eine wichtige Brücke in den Süden und sicherer Rückzugsraum. Das alles hat sich in der Bau- und Lebensweise unserer Heimat niedergeschlagen. Bau- und Bodendenkmäler sind Zeugen unserer Kultur und Geschichte. Dieses Erbe müssen wir uns stets aufs Neue bewusst machen: Um zu wissen, woher wir kommen, und um zu erkennen, wohin unser Weg geht.“

 

 

 

 

 

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