06.04.2017
Aktuelle Stunde im Landtag: FREIE WÄHLER setzen Signal für bessere Arbeitsbedingungen bayerischer Hebammen

Vetter: Geburtshilfe in Bayern muss flächendeckend gesichert werden

München. Die FREIEN WÄHLER haben die Aktuelle Stunde im Bayerischen Landtag genutzt, um auf gravierende Probleme im Bereich der Geburtshilfe hinzuweisen: „Es brennt bei den Hebammen!“, stellte Dr. Karl Vetter, gesundheitspolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion, am Donnerstag im Plenum fest. „78 Kliniken in Bayern arbeiten ausschließlich mit Beleghebammen – also freiberuflichen Hebammen. Wenn die Krankenkassen jetzt im Rahmen der aktuellen Vergütungsverhandlungen weitere bürokratische Hürden bei der Abrechnung durchsetzen, dann werden bald noch mehr Geburtshilfestationen im Freistaat schließen“, befürchtet Vetter.

Denn bereits jetzt gebe es zu wenige Geburtshelferinnen: Viele hätten in den vergangenen Jahren wegen schlechter Arbeitsbedingungen und extrem hoher Prämien bei der Berufshaftpflichtversicherung ihren Job aufgegeben, so Vetter. „Deshalb muss heute vom Bayerischen Landtag ein klares Signal ausgehen für die Unterstützung der Hebammen – sie sind für die Betreuung werdender Mütter essentiell. Viele Menschen wissen nicht, dass bei jeder Geburt zwingend eine Hebamme anwesend sein muss – ein Arzt hingegen nicht. Dies zeigt, welche gesellschaftlich hohe Bedeutung Hebammen haben“, erläutert Vetter.

Der Gesundheitsexperte kritisierte in seiner Rede auch die zunehmende Ökonomisierung der Gesundheit. Diese gehe zulasten der Qualität der medizinischen Versorgung und damit auch direkt zulasten der Patienten. „Wir FREIE WÄHLER kämpfen weiter für die flächendeckende Sicherung der Geburtshilfe – auch im Sinne der gleichwertigen Lebensverhältnisse in Bayern. Schwangere Frauen wohnortnah optimal zu versorgen – egal ob in der Stadt oder auf dem Land – muss dabei unsere oberste Prämisse sein“, erklärt Vetter.