08.07.2014
FREIE WÄHLER beklagen Wissenslücken im Wissenschaftsministerium

Piazolo: Blindflug bei den Masterstudienplätzen beenden

München. Die bayerischen Hochschulen platzen aus allen Nähten. Der Ansturm der Studienanfänger soll auch in den nächsten Jahren weiter anhalten und besonders bei der zweiten Stufe, den Masterstudiengängen, ist mit einer deutlich steigenden Nachfrage zu rechnen. „Ein zielgerichteter Ausbau der Masterkapazitäten ist dringend erforderlich“, stellt Prof. Dr. Michael Piazolo, hochschulpolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion und Vorsitzender des Landtagsausschusses für Wissenschaft und Kunst, fest. „Leider fehlt dem Wissenschaftsministerium dafür eine solide Planungsgrundlage.“ Anlass für Piazolos Kritik ist ein Bericht, den das Ministerium am Mittwoch im Wissenschaftsausschuss des Landtags vorstellen wird. „Er zeigt eklatante Informationslücken zu Stand und Zukunft der Versorgung mit Masterplätzen“, bemängelt Piazolo. Das Ministerium könne nicht beziffern, wie viele Masterstudierende die Hochschulen derzeit aufnehmen könnten und wolle es laut Bericht auch in Zukunft nicht ermitteln. Folglich müsse das Ministerium auch die Auskunft schuldig bleiben, wie viele Raum- und Personalkapazitäten in den nächsten Jahren noch erforderlich seien, um die weiter ansteigenden Studierendenzahlen im Masterbereich zu bewältigen. Ohnehin gibt das Ministerium zu diesem voraussichtlichen Anstieg nur eine grobe Schätzung ab, erläutert aber nicht, auf welcher Berechnungsgrundlage sie beruht. Stattdessen wird auf einen Beschluss des Ministerrats verwiesen, 30 Millionen Euro zusätzlich für den Ausbau der Masterstudiengänge bereitzustellen. Wie viele Masterstudienplätze damit am Ende entstehen sollen, ist aber ebenfalls offen. Laut Ministeriumsbericht wurde die Mittelverteilung mit Hochschulen „einvernehmlich beschlossen“. Nicht ausgeführt wird wiederum, welche Kriterien bei der Verteilung berücksichtigt wurden. „Für ein Wissenschaftsministerium ist dieser Bericht ein Armutszeugnis, denn Wissen ist das, was er gerade nicht schafft. Ich kann das Ministerium nur dringlich auffordern, die für eine solide Planung des Masterausbaus erforderlichen Daten zu erheben und auf den Tisch zu legen. Durchwurschteln ist bei dieser Zukunftsaufgabe keine Option“, verdeutlicht Piazolo. Pressemitteilung vom 08.07.2014