17.02.2017
Große Anfrage der FREIEN WÄHLER deckt hochschulpolitische Schwächen der Staatsregierung auf

Piazolo: Fokus schärfer auf Bedürfnisse der Studierenden legen

München. Die FREIE WÄHLER Landtagsfraktion hat sich mit einer 157 Fragen umfassenden Interpellation „Studieren 2020“ mit der Zukunft der Hochschulen in Bayern und deren Weiterentwicklung befasst. Nach mehr als einem Jahr Bearbeitungszeit liegt jetzt die Antwort der Staatsregierung auf die Große Anfrage vor. „Diese ist mit mehr als 200 Seiten und sechs Anhängen zwar umfangreich – für uns aber alles andere als zufriedenstellend“, so Prof. Dr. Michael Piazolo, hochschulpolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion und Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst. „Es wird deutlich, dass die Staatsregierung nicht weiß, wo sie in der Hochschulpolitik in Zukunft hinsteuert. Mir fehlt das klare Leitbild“, kritisiert Piazolo.


Im Kontext der Bologna-Reform seien zwar positive Entwicklungen zu verzeichnen, nach wie vor gebe es jedoch deutlichen Verbesserungsbedarf bei Studien- und Prüfungskonzepten sowie der Anerkennungspraxis. Insbesondere kritisiert Piazolo die  mangelnde Finanzierung der Hochschulen, stagnierende internationale Mobilität sowie das Fehlen eines bedarfsgerechten Masterangebots. „Gerade vor dem Hintergrund, dass die Studienanfängerquote auf fast 60 Prozent angewachsen ist, ist es für uns FREIE WÄHLER hochschulpolitisches Ziel, den Fokus besonders auf die Belange der Studierenden zu legen. Genau dies hat die Staatsregierung in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt“, erklärt Piazolo.


Die FREIEN WÄHLER setzten dem klare Vorstellungen in der Hochschulpolitik entgegen, betont Piazolo. „Insbesondere unter dem Leitbild ‚Studierende im Mittelpunkt‘ fordern wir einen deutlichen Ausbau der Lehre, eine bessere Grundfinanzierung der Hochschulen sowie die Wiedereinführung des Diploms.“ Zudem bedürfe es einer Abfederung sozialer Problemlagen, ergänzt Piazolo mit Blick auf den Wohnraummangel und die hohen Mietpreise an vielen Hochschulorten.


Die Staatsregierung sei in der Pflicht, sich über die Zukunft der bayerischen Hochschulen dezidiert Gedanken zu machen, um diese in allen Belangen zu unterstützen. Angesichts der aktuellen Veränderungsdynamiken und der damit verbundenen Chancen und Herausforderungen – wie im Bereich von Digitalisierung und Interna-tionalisierung – sei dies auch dringend geboten. „Sich in diesem Zusammenhang zurückzulehnen und auf die Autonomie der Hochschulen zu verweisen, ist das falsche Signal“, so Piazolo.

Hinweis: Die zentralen Forderungen zur Interpellation „Studieren 2020“ der FREIEN WÄHLER finden Sie unten links, unter „Weitere Informationen“.