13.06.2017
Schwimmunterricht in Bayern fällt zu oft ins Wasser – FREIE WÄHLER sehen Handlungsbedarf

Piazolo: Jedes Kind muss am Ende der Grundschulzeit sicher schwimmen können

München. Die Zahl der Badetoten in Deutschland war im Jahr 2016 laut einer Forsa-Umfrage so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr: Mit 91 Toten liegt Bayern auf dem traurigen ersten Platz unter den Bundesländern. Gleichzeitig können immer weniger Kinder und Jugendliche schwimmen: Knapp 60 Prozent der Zehnjährigen sind keine oder nur sehr unsichere Schwimmer – obwohl Schwimmen seit Langem als fester Bestandteil im Lehrplan der Grundschule verankert ist und daher verbindlich umzusetzen wäre.

Dass dem nicht so ist, zeigen nun die Antworten auf eine Große Anfrage der FREIEN WÄHLER. „In Wahrheit kann der Schwimmunterricht wegen der schlechten Rahmenbedingungen an den Schulen häufig gar nicht umgesetzt werden, erklärt Prof. Dr. Michael Piazolo, bildungspolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion und Vorsitzender des Landtagswissenschaftsausschusses. Viele Hallenbäder seien marode, der Weg zum nächsten Schwimmbad im Rahmen der Unterrichtszeit oft viel zu weit, die Klassen zu groß – und es gebe zu wenige Lehrkräfte, moniert Piazolo.

„Die Antworten auf unsere Anfrage belegen, dass das Kultusministerium offensichtlich nicht weiß, ob, wie und mit welchem Erfolg der Schwimmunterricht an bayerischen Schulen stattfindet“, so Piazolo – das aber habe gefährliche Konsequenzen für Kinder und Jugendliche. „Die Ahnungslosigkeit in Spaenles Ministerium ist erschreckend. Wir fordern daher eine Dokumentationspflicht für das Kultusministerium: Wie wird der Schwimmunterricht umgesetzt und mit welchem Erfolg? Wo fehlen Lehrkräfte, wo Schwimmbäder?“, erläutert der Landtagsabgeordnete aus München.

Denn im Gegensatz zu anderen Disziplinen des Sportunterrichts berge gerade fehlende Schwimmkompetenz gravierende Gefahren, die nicht selten mit dem Leben bezahlt werden müssten. „Deshalb wollen wir FREIEN WÄHLER, dass jedes Kind schwimmen kann – spätestens, wenn es von der Schule abgeht.“ Das Schwimmabzeichen „Seepferdchen“ reiche hierfür jedoch nicht aus. Um als „sicherer Schwimmer“ zu gelten, müssten Kinder mindestens den „Freischwimmer“ erreicht haben, fordert Piazolo.

Hinweis: Eine Zusammenfassung der Großen Anfrage „Schwimmunterricht an Bayerns Schulen“ sowie und wichtigsten diesbezüglichen Anträge finden Sie unten links unter "Weitere Informationen".