19.07.2018
Fraktion vor Ort in Ebermannstadt: „Kommunale Bäder der Fränkischen Schweiz“

Das größte Problem der Kommunen zum Erhalt der Bäder liegt in der Finanzierung. Derzeit sind ein Drittel der bayerischen Bäder dringend sanierungsbedürftig. Ein weiterer wichtiger Umstand ist die fehlende Schwimmfähigkeit, die immer mehr zunimmt, gerade seit der Schwimmunterricht nicht mehr verpflichtend im Schullehrplan verankert ist. 50 Prozent der unter 10-jährigen in Bayern können nicht schwimmen. Nicht zu vergessen, der „Tourismusfaktor Bad“, der gerade in der fränkischen Schweiz einen zusätzlichen Aspekt für Buchungen darstellt. Und natürlich auch der Spaß- und Freizeitaspekt für Familien, sowie der positive Effekt für Fitness und Gesundheit.
Untermauert wurde dies durch die Einschätzung des Vorsitzenden der Wasserwacht Ebermannstadt, Raimund Schulik. Dieser lobte den Mut der Kommunen, die in ihre Bäder investiert haben und bat um die Unterstützung der Politik pro Schwimmunterricht. „In 2017 gab es in Bayern 91 Badetote, dieses Jahr sind es bereits über 70! Die Wasserwacht als Rettungsorganisation kann nur präventiv wirken, über verpflichtenden Schwimmunterricht in Schulen könnte hier ein Problem gelöst werden.“

Die Fördermöglichkeiten durch LEADER-Projekte wurden von Kulturreferent Anton Eckert dargestellt. Von diesen Fördermitteln profitierten 35 Bäder in Bayern, davon drei in Oberfranken – im Landkreis Forchheim nur Gößweinstein. Er bekräftigte, dass die Bäder-Förderung ein sehr berechtigtes und seit Jahren immer wiederkehrendes Thema im Landkreis darstellt, zumal sich sowohl der Staat als auch die Landkreise aus der Finanzierung zurückgezogen haben. Ehemals gab es Kreisumlagen zur Unterstützung der Gemeinden, die ein Bad unterhalten. Im Anschluss berichtete Jürgen Fiedler (Stadtwerke Ebermannstadt), Hans-Jürgen Nekolla (Stadt Gräfenberg), Martin Redel (Gößweinstein), Gerhard Kraus (Waischenfeld) und Andreas Müller (Egloffstein) über ihre Erfahrungen, Probleme und anstehenden Herausforderungen.

Der FREIE WÄHLER-Abgeordnete Thorsten Glauber sichert zu, sich dafür einzusetzen, dass im neuen Doppelhaushalt ein reines Bäderprogramm zur Sanierung bestehender Hallen- und Freibäder geschaffen wird. Gespräche mit dem Staatsministerium für Bau und Verkehr und dem Bayerischen Städte- und Gemeindetag sind bereits im Gange und müssen bis zum Herbst konkrete Handlungsempfehlungen aufzeigen. Die Ergebnisse aus diesem sehr konstruktiven Abend werden in die Gespräche mit einfließen. Eine künftige direkte Vernetzung in diesem Kreis wurde durch Glauber angeregt. Er sprach explizit nochmals seinen Dank an alle Fördervereine aus, ohne deren Arbeit und Unterstützung die Aufrechterhaltung der Badebetriebe längst schon nicht mehr denkbar wäre.

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