Benno Zierer

29.06.2018
Fraktion vor Ort in Erding: FREIE WÄHLER informieren über Bienenschutz

Zierer: Handeln statt warten – Bienensterben stoppen!

Erding. Für viele unserer Lebensmittel sind wir auf die Bestäubung von Insekten wie Bienen angewiesen. Allein in Europa hängen mehr als 4.000 Gemüsesorten von Bienen ab. Doch in den vergangenen 30 Jahren ist die Population um bislang ein Viertel zurückgegangen. Die Gründe: Pestizide, Milben und schwindende Lebensräume.

Der umweltpolitische Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion Benno Zierer setzt sich seit Jahren für einen besseren Schutz der Bienen ein. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Fraktion unterwegs“ diskutierte er in Erding jetzt mit dem Imker Dr. Michael Streng und dem Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Jakob Maier, welchen Beitrag die Landwirtschaft zum Erhalt der Bienen leisten kann. Thema waren dabei auch Naturschutzlösungen wie die ökologische Aufwertung von Eh da-Flächen.

Zierer verwies darauf, dass es für eine erhöhte Bienensterblichkeit keine einfache Erklärung gebe: „Es ist ein Zusammenspiel verschiedener Stressfaktoren“, sagte er. Dazu gehörten die Varroa-Milbe und verschiedene Bienenkrankheiten ebenso wie verschlechterte Lebensräume und der Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel. Gerade was die Verbesserung der Lebensräume für Honigbienen, Wildbienen und andere bestäubende Insekten betrifft, sei in der Landwirtschaft ein Umdenken zu beobachten. „Die ausgeräumten Landschaften wie in Ostdeutschland gibt es in Bayern Gottseidank nicht“, bemerkte Zierer. Es würden immer mehr Blühflächen als „blühende Inseln“ angelegt oder Hecken gepflanzt – auch dank Förderprogrammen wie dem Vertragsnaturschutz. „In der Landwirtschaft steigt das Bewusstsein, dass es auch einen Imagewandel braucht“, erklärte Zierer, der selbst Landwirt ist und lange in der Landschaftspflege aktiv war.

BBV-Kreisobmann Maier säht seit Jahren Blühflächen an, von denen Bienen und Insekten profitieren. Das Mähgut nutzt er für seine Biogasanlage. „Es geht darum zu zeigen, dass auch ein Biogaslandwirt etwas für den Erhalt der Artenvielfalt tun kann.“ Allerdings müssten zusätzliche Leistungen für Biodiversität auch honoriert werden. Ein landwirtschaftlicher Betrieb sei eben in erster Linie ein Wirtschaftsunternehmen mit der Lebensmittelproduktion als Hauptaufgabe.

Dr. Michael Streng, Vorsitzender des neu gegründeten Vereins „Bienenfreunde Erding“, erinnerte daran, bei der Diskussion um das Bienensterben die Wildbienen nicht zu vergessen. Sein Verein wolle die Menschen sensibilisieren, dass jeder etwas tun könne, zum Beispiel Insektenhotels zu bauen. „Es geht uns nicht nur um die Honigbiene, sondern um alle Insekten.“ Von Imkerseite hatte Streng eine konkrete Forderung an die Politik. Angesichts der Bedrohungen durch Schädlinge wie die Varroa-Milbe und künftig auch den Kleinen Beutenkäfer, sei mehr Forschung zur Bienengesundheit nötig. „Hier brauchen wir dringend die Hilfe der Politik“, erklärte Streng.

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