22.06.2018
FREIE WÄHLER: Grundschulen unter Druck – Passgenaue Lösungen erforderlich

Piazolo fordert Möglichkeit späterer Einschulung und Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung

München. Kaum eine Bildungseinrichtung prägt Kinder so sehr wie die Grundschule. Doch um deren wachsenden Probleme hat sich die Staatsregierung wegen ihres jahrelangen internen Streits um das G9 kaum gekümmert. Das ruft die Kritik der FREIEN WÄHLER auf den Plan. Ihr bildungspolitischer Fraktionssprecher Prof. Dr. Michael Piazolo kündigte am Freitag bei einer Landtagspressekonferenz einen Dringlichkeitsantrag zur nächsten Plenarsitzung an, in dem die FREIEN WÄHLER die Möglichkeit einer späteren Einschulung von Kindern fordern.

Einer der Hauptkritikpunkte Piazolos: Seit Beginn des Schuljahres 2005/2006 wurde der Zeitpunkt für den Eintritt in die Schulpflicht schrittweise vorverlegt, sodass Kinder immer früher schulpflichtig wurden. „Seit 2010 liegt der Einschulungsstichtag nunmehr auf dem 30. September. Primäres Ziel der Verschiebung des Stichtages, der früher auf dem 30. Juni lag, war es, die Voraussetzungen für einen früheren Eintritt in das Berufsleben zu schaffen. Dieses ohnehin diskussionswürdige Ziel wurde jedoch verfehlt“, moniert Piazolo. Um der individuellen Entwicklung des Kindes stärker Rechnung tragen zu können, solle der Einschulungsstichtag wieder auf den 30. Juni zurückverlegt werden. Zudem plädiertPiazolo für einen  Einschulungskorridor vom 30. Juni bis 30. September. „In diesem Zeitfenster gilt die Entscheidung der Eltern, welche die Entwicklung ihres Kindes und dessen Schulfähigkeit am besten beurteilen können.“ Den Kindern zuliebe müsse man dringend eine spätere Einschulung ermöglichen.

Mit Blick auf die Regierungserklärung von 2013 stellte Piazolo fest, dass die Staatsregierung kaum eines Ihrer Versprechen zur Bildungspolitik an Grundschulen eingehalten habe: „Da war von individueller Förderung, Standortgarantie, eigenverantwortlicher Schule und Ganztagsanspruch die Rede. Verwirklicht ist davon auch zum Ende der Legislaturperiode kaum etwas“, so der Bildungspolitiker. Für eine individuelle Förderung der Kinder bleibe noch immer zu wenig Zeit. Deshalb forderten die FREIEN WÄHLER die schnellstmögliche Einrichtung multiprofessioneller Fachkräfte-Pools auf Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte sowie den Ausbau des Stundenbudgets sowohl für den Mobilen Sonderpädagogischen Dienst (MSD) als auch für Förderlehrkräfte an allen Grundschulen in Höhe von mindestens 800 Stellenäquivalenten.

Weiter fordert Piazolo die Umsetzung der in der Regierungserklärung versprochenen Ganztagsgarantie. Gerade junge Eltern setzten heute nicht einseitig auf Familie oder Beruf, sondern wünschten sich die Vereinbarkeit beider Lebensbereiche und seien nicht selten auch auf zwei Einkommen angewiesen. Deshalb müsse es ein bedarfsdeckendes Angebot und einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung geben. Piazolo: „Wir benötigen qualitative Weiterentwicklung und Ausbau der Ganztagsbetreuung sowie die Weiterentwicklung staatlicher Förderinstrumente.“

Hinweis: Weitere Presseinformationen sowie Anträge der FREIEN WÄHLER zu diesem Thema finden Sie unten links, unter weitere Dokumente.

 

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