04.06.2018
FREIE WÄHLER wollen dezentrale Energiewende voranbringen

Aiwanger: Freistaat verhindert die Energiewende – Bayern braucht eigenes Energieministerium

München. Die FREIEN WÄHLER machen sich weiter für eine konsequent dezentral umgesetzte Energiewende in Bayern stark. Bei einer Pressekonferenz im Bayerischen Landtag haben der Fraktionsvorsitzende Hubert Aiwanger und der energiepolitische Fraktionssprecher Thorsten Glauber ihre Forderungen vorgestellt. „Der Freistaat tut bislang viel zu wenig, um die Energieproduktion aus regenerativen Quellen voranzutreiben“, monierte Aiwanger am Montag. „Das bayerische Wirtschaftsministerium hat kein Interesse an Speichertechnologien wie Power-to-Gas.“
 
Hinzu komme das Problem der Ausschreibungen. „Südliche Bundesländer wie Bayern haben keine Chance, Ausschreibungen zu gewinnen, da der Strom im Norden wegen der besseren Windbedingungen günstiger produziert werden kann“, so Glauber. „Das Ausschreibungsmodell ist schuld, dass Bürgerinitiativen und Kommunalwerke gegenüber den Energieriesen den Kürzeren ziehen.“ Hier müsse die Staatsregierung endlich eingreifen, denn ohne Regionalquoten fehle ein Anreiz für den Ausbau regenerativer Energien.
 
Ähnlich schlecht sei es um die übrigen regenerativen Energiequellen bestellt. Bereits seit geraumer Zeit würden keine neuen Biogasanlagen mehr gebaut; auch dieser einst vielversprechende Energieträger stehe deshalb vor dem Aus. „Ein Schicksal, das nun auch der Photovoltaik droht, denn neue Anlagen dürfen nur noch auf Konversionsflächen und entlang von Autobahnen gebaut werden. Das ist zu wenig, um die Sonnenenergie optimal zu nutzen“, bedauert Glauber. Zudem habe es die Staatsregierung bislang sträflich versäumt, Speicher- und Innovationstechnologien zu fördern. „Dabei sind Energiespeicher gerade für den privaten Wohnungsbau von hoher Bedeutung.“ Auch für die zukunftsweisende Power-to-Gas-Technologie, mit der Fahrzeuge schon heute energie- und kosteneffizient betrieben werden könnten, habe die Staatsregierung bislang nichts übrig.
 
Aiwanger und Glauber ziehen deshalb eine ernüchternde Bilanz: „Offiziell baut Bayern seine erneuerbaren Energien aus. Doch in Wirklichkeit soll der Strom über gewaltige Stromtrassen in den Freistaat importiert werden. Bayern leistet damit keinen eigenen Beitrag zur Energiewende. Und das, obwohl unser boomender Wirtschaftsstandort auf eine stabile Energieversorgung angewiesen ist – gerade nach dem vollständigen Atomausstieg 2022“, mahnt Glauber.

Archiv