Bernhard Pohl

15.07.2019
FREIE WÄHLER diskutieren über religiöse Vielfalt: Fraktion vor Ort in Fellheim

Pohl: Veranstaltungen wie diese sind kontrovers, tragen aber zum Verständnis der Religionen und der Menschen untereinander bei

Der Kaufbeurer FREIE WÄHLER-Abgeordnete Bernhard Pohl führte im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Fraktion vor Ort“ zum Thema „Christen, Juden, Muslime – Brüder oder Krieger?“ durch einen gelungenen Abend – gemeinsam mit den hochkarätigen Gesprächsteilnehmern der genannten Glaubensrichtungen Prof. Elisabeth Naurath, Godel Rosenberg und Dr. Abbas Poya in der ehemaligen Synagoge in Fellheim. Wie zu erwarten, gingen die Meinungen auf dem hochkarätig besetzten Podium auseinander.

Godel Rosenberg (Tel Aviv), Unternehmer, Journalist und ehemaliger Leiter der bayerischen Repräsentanz in Israel: "Frieden und Verständigung zwischen den Religionen im Nahen Osten funktioniert nur, wenn insbesondere die Palästinenser Bildung und Wohlstand bekommen. Im Dachgeschoss Feste mit Champagner feiern, während sie im Erdgeschoss nichts zu essen haben – das kann nicht funktionieren!" Gleichzeitig hoffe er auf eine realistischere Einschätzung der Situation in Israel durch Europa und Teile der Weltpolitik.

Professor Dr. Elisabeth Naurath, Lehrstuhlinhaberin an der Universität Augsburg, sieht die Zukunft im Dialog, gegenseitigem Verständnis und Wertschätzung. Einzig darauf könne Frieden aufbauen. Den Glaubensrichtungen, insbesondere der christlichen Kirche, gab sie mit auf dem Weg, durch attraktive Angebote, insbesondere an die Jugend wieder stärkeren Zulauf zu bekommen. Naurath: "Das Problem sind weniger die anderen Religionen als wir Christen selbst."

Dr. Abbas Poya, von der Universität Erlangen, sieht in Begriffen wie 'Leitkultur' eine Tendenz zur Ausgrenzung und zur Abwertung von Menschen muslimischen Glaubens. Er hält die Gleichberechtigung der Religionen auch in Deutschland für zielführend, um Spannungen abzubauen.

Bernhard Pohl zog am Ende ein zufriedenes Fazit: Veranstaltungen wie diese sind kontrovers, tragen aber zum Verständnis der Religionen und der Menschen untereinander bei. Das müssen wir wiederholen.

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