Eva GottsteinJohann HäuslerAlexander HoldDr. Fabian MehringProf. Dr. Michael PiazoloFlorian Streibl

04.06.2019
HWK Schwaben zu Besuch im Bayerischen Landtag

Abgeordnete der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion haben sich mit Präsident Hans-Peter Rauch und Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner der Handwerkskammer für Schwaben zu einem politischen Austausch im Bayerischen Landtag getroffen. Unsere Abgeordneten haben sich zu den folgenden Themen geäußert:

Fachkräftesicherung

Florian Streibl, MdL, Fraktionsvorsitzender: „Wir blicken in den kommenden Jahren einem sehr großen Fachkräftemangel entgegen. Es wird sehr schwierig für die Unternehmen und Betriebe, wenn eine halbe Million Stellen in Bayern nicht mehr besetzt werden kann. Wir FREIE WÄHLER setzen uns gemeinsam mit den Handwerkskammern entschlossen dafür ein, diesem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken.“

Johann Häusler, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender, Sprecher für Arbeit und Senioren, Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie: „Wir brauchen auch in finanzieller Hinsicht die Gleichwertigkeit und Gleichbehandlung von Studium und Ausbildungsberuf. Deshalb setzen wir FREIE WÄHLER uns für den Meisterbonus ein. Ganz entscheidend für den weiteren Erfolg unseres dualen Ausbildungssystems ist die öffentliche Wahrnehmung. In meinem familiären Umfeld gibt es beispielsweise den Juristen genauso wie den Handwerksmeister. Bei der aktuell hohen Arbeitskräftenachfrage haben beide dennoch die gleichen finanziellen Perspektiven – trotz unterschiedlicher Werdegänge und Zugangsvoraussetzungen für Hochschulstudium und Ausbildung. Wegen der anhaltend hohen Zahl von Studienabbrechern in Bayern kann ein Ausbildungsberuf also genau die richtige Alternative für einen jungen Menschen sein. Wir müssen dafür sorgen, dass die Attraktivität des Handwerks wieder verstärkt in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird und bürokratische Hürden für handwerkliche Betriebe abgebaut werden. Nur so können wir die nötigen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Zukunft dieser so wichtigen Branche schaffen. Dafür werden wir FREIEN WÄHLER uns auch weiterhin einsetzen.“

Arbeit und Migration

Dr. Fabian Mehring, Parlamentarischer Geschäftsführer, Entwicklungspolitischer Sprecher, Mitglied im Ausschuss für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie regionale Beziehungen: „Zu unseren größten Erfolgen der bisherigen Regierungsbeteiligung gehört es, dass wir FREIE WÄHLER eine Kehrtwende bei der Arbeitsmarktintegration von Migranten erreichen konnten. Während in Bayern bisweilen die Falschen abgeschoben wurden, konnten wir die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen, die Bedürfnisse unseres heimischen Handwerks bei der Erteilung von Arbeits- und Aufenthaltserlaubnissen stärker zu berücksichtigen. Damit diese auch im Vollzug zum Tragen kommen, werden wir weiterhin im engen Schulterschluss mit dem bayerischen Handwerk agieren.“

Alexander Hold, Landtagsvizepräsident, Sprecher für Asyl und Integration, Mitglied im Ausschuss für Verfassung, Recht, Parlamentsfragen und Integration: „Wir spüren, dass die im Koalitionsvertrag festgehaltene 3+2 Regel bislang nicht so greift, wie wir uns das wünschen. In Bayern setzt man immer noch eher auf Rückführung statt auf Integration – dabei sind die Handwerksbetriebe wegen des Fachkräftemangels auf die Mitarbeit von Flüchtlingen dringender angewiesen als je zuvor. Wir FREIE WÄHLER sind deshalb besonders froh, mit der Handwerkskammer sowie den Industrie- und Handelskammern in Bayern Seit‘ an Seit‘ zu kämpfen. Junge Asylbewerber brauchen ausreichende Zugangsmöglichkeiten zur Berufswelt. Hier öffnen unsere Kammern ganz wichtige Türen, auch wenn die Anforderungen für den Berufseinstieg oft sehr hoch sind – insbesondere bei gering qualifizierter Beschäftigung.“

Bildung und Wirtschaft

Prof. Dr. Michael Piazolo, Staatsminister für Bildung und Kultus: „Wir FREIE WÄHLER wollen die Kräfte aus Wirtschaft und Bildung bündeln. In beiden Staatsministerien werden Mittel bereitgestellt, um dem Fachkräftemangel effektiv entgegenzuwirken und um die berufliche Bildung nachhaltig zu fördern. Das Handwerk ist gesamtgesellschaftlich sehr wertvoll. Über Generationen wurden Unternehmen und Betriebe aufgebaut. Diese brauchen eine zukunftsfähige Nachfolgeregelung, denn sie tragen Verantwortung für zahlreiche Arbeitsplätze vor Ort. Das muss wieder bei den Menschen ankommen. Heutzutage leben in vielen Haushalten Doppelakademiker. Hier braucht es Aufklärung darüber, was alles in der beruflichen Bildung möglich ist. Ein gangbarer Weg wäre, mehr Berufspraktiker in unsere Schulen zu holen, um die hervorragenden Perspektiven auch des Ausbildungsberufs aufzuzeigen. Zwischen Schule und Unternehmen muss es hierzu jedoch deutlich mehr Austausch geben.“

Eva Gottstein, Stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss für Bildung und Kultus, Sprecherin für Frauen und Gleichstellung, Sprecherin für Ehrenamt, Beauftragte der Staatsregierung für das Ehrenamt: „Von einem verpflichtenden Praktikum für Gymnasiasten würden nicht nur die Schülerinnen und Schüler profitieren, sondern auch das bayerische Handwerk selbst. Wir FREIE WÄHLER werden versuchen, den Koalitionspartner davon zu überzeugen. Im Grunde sollte jeder junge Mensch eine Woche lang probeweise in einem Betrieb gearbeitet haben, bevor er oder sie ein Studium aufnimmt oder sich für eine Ausbildung entscheidet. Dafür müssen wir sowohl die Lehrer, als auch die Betriebe einbinden – und wir brauchen insbesondere die Unterstützung der Handwerkskammern.“

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