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Fraktionschef Hubert Aiwanger (l.) mit Rainer Ammende vom Bayerischen Landespflegerat und Prof. (Univ. Lima) Dr. Peter Bauer, stv. Vorsitzender und pflegepolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion (r)
Prof. (Univ. Lima) Dr. Peter BauerProf. (Univ. Lima) Dr. Peter Bauer
04.05.2016

Klausurtagung im Nürnberger Land: FREIE WÄHLER diskutieren über medizinische Versorgung in Bayern

Bauer: Rettung von Menschenleben erfordert höhere Hausarztdichte

Kirchensittenbach. Gesundheit und Pflege – das Schwerpunktthema der FREIEN WÄHLER auf ihrer Frühjahrsklausur im Nürnberger Land. Der pflegepolitische Fraktionssprecher und stellvertretende Fraktionsvorsitzende <link http: fw-landtag.de mdls prof-univ-lima-dr-peter-bauer external-link-new-window external link in new>Prof. (Univ. Lima) Dr. Peter Bauer hatte dazu Experten eingeladen. Rainer Ammende, Vorstandsmitglied des Bayerischen Landespflegerats, informierte die Abgeordneten insbesondere über die Pflegeberufe-Reform. Er sprach sich dabei für eine generalistische Pflegeausbildung aus. Dadurch könnte eine breitere Pflegekompetenz erreicht werden. Zudem würden die Absolventen in allen EU-Staaten als Pflegekräfte anerkannt. Dies unterstützen die FREIEN WÄHLER: „Die Qualitätsstandards in der Pflege müssen erhalten werden, deshalb muss jetzt endlich mehr Gewicht auf die Fort- und Weiterbildung gelegt werden“, erklärte Bauer.

Ja zur unabhängigen Pflegekammer

In diesem Zusammenhang wurde auch eine mögliche zweijährige Pflegehelferausbildung für Migranten diskutiert, die bereits erprobt wird. Diese enthält auch Integrationsmaßnahmen wie etwa Deutschkurse. Sowohl die FREIEN WÄHLER, das Bayerische Rote Kreuz als auch der Landespflegerat sehen darin einen guten Ansatz, wie die Pflegefachkräfte in Bayern besser unterstützt werden können. Ammende sprach sich zudem klar und deutlich für eine Pflegekammer für Bayern aus, wie sie auch die FREIEN WÄHLER fordern. Denn: In einer Pflegekammer könnten sich die Pflegekräfte selbst verwalten und würden nicht durch Verbände und das Gesundheitsministerium bevormundet.  

Hausarztversorgung im ländlichen Raum

Ein wichtiger Faktor der medizinischen Versorgung ist die Hausarztversorgung im ländlichen Raum. Dr. Martin Seitz, Hausarzt aus Lauf an der Pegnitz und Kreisrat der FREIEN WÄHLER, machte deutlich, dass die Hausarztdichte in Bayern viel zu gering sei. Im Nürnberger Land kämen beispielsweise auf einen Hausarzt rund 1.700 Einwohner. Dies sei eine verheerende Situation. Denn eine Studie habe bewiesen: In Bezirken, in denen Hausarztdichte niedriger ist, sterben die Menschen früher. Zudem würden die Hausärzte immer älter, viele würden noch über das Rentenalter hinaus praktizieren, weil es schlicht keine Nachfolger gebe. Für Seitz ist klar: In dieser Region bräuchte es rund 1.000 junge Allgemeinärzte – allein um die Ausscheidenden zu ersetzen. Die FREIEN WÄHLER haben daher bereits vor einiger Zeit einen Gesetzentwurf in den Bayerischen Landtag eingebracht. Damit wollten sie den Zugang zum Medizinstudium erleichtern und so mehr Nachwuchsmediziner generieren. 

Sicherstellung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes

Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Bayern informierte Martin Degenhardt, Fachreferent Politik der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB). Er zeigte den Parlamentariern auf, dass es vor allem junge Ärzte sind, die durch den Bereitschaftsdienst von einer Niederlassung abgehalten werden. Die FREIEN WÄHLER mahnten hier eine zügige Umsetzung der von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) entwickelten Reform an: „Der Bereitschaftsdienst – insbesondere im ländlichen Raum – muss sichergestellt werden. Ansonsten werden immer mehr Menschen die kostenintensiven Notfallambulanzen in Krankenhäusern in Anspruch nehmen“, so Bauer abschließend.

Die Klausur der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion wird heute Vormittag mit einem Ortstermin an der Staatsstraße 2404 fortgesetzt: Dann wollen sich die Abgeordneten über Infrastrukturschäden im Nürnberger Land informieren.

 

Hinweis: Unsere Bilder stehen Ihnen unter Nennung der Quelle FREIE WÄHLER Landtagsfraktion kostenfrei zur Verfügung.


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