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Alexander HoldAlexander Hold
13.02.2020
Millionen Patientendaten ungeschützt im Internet: FREIE WÄHLER alarmiert

Hold: Datenleaks an bayerischen Gesundheitseinrichtungen besser vorbeugen

München. Computersysteme vieler Ärzte in Deutschland sind offenbar nur unzureichend vor Angriffen durch Hacker geschützt. Auch in Bayern ist das so, wie der Bericht der Staatsregierung zum Thema „Patientendaten im Internet“ heute im Landtagsverfassungsausschuss offenlegte. So sei unter anderem bei einer Praxis in Ingolstadt ein erhebliches Datenleck entdeckt worden. Es habe zwar unverzüglich geschlossen werden können. „Doch Patientendaten, die auf sogenannten PACS-Servern abgelegt werden, wären ohne Weiteres von Hackern angreifbar. Die Gefahren solcher Leaks im Internet müssen wir endlich zur Kenntnis nehmen und aktiv bekämpfen“, so Alexander Hold, Landtagsvizepräsident und Ausschussmitglied.
 
Im Zuge der Überprüfung sei auch eine bayerische Uni-Klinik aufgefallen, die Daten von 30 Teilnehmern einer Studie auf einem PACS-Server gespeichert hatte. Zu einem Hackerangriff sei es in diesem Fall glücklicherweise nicht gekommen. „Ich bin froh, dass wir ein engmaschiges Netz der Cyber-Abwehr und des Datenschutzes in Bayern haben“, sagte Hold weiter. Darauf dürfe man sich allerdings nicht einen einzigen Tag ausruhen, das zeige der Bericht des Bayerischen Landesbeauftragten für den Datenschutz Prof. Dr. Thomas Petri sehr deutlich. „Wenn Bayerns oberster Datenschützer erklärt, er würde für die Datenintegrität an bayerischen Kliniken ‚die Hand nicht ins Feuer legen‘, muss uns das ein Alarmsignal sein." Petris Bericht zeige klar auf, dass das Thema Datensicherheit in vielen Gesundheitseinrichtungen sehr stiefmütterlich und mit viel zu geringem Personalaufwand begleitet werde.
 
„Auch wenn die Zuständigkeit für Datensicherheit beim Bund liegt, müssen bayerische Datenschutzstellen und Staatsregierung Arztpraxen und Kliniken für das Thema stärker sensibilisieren und bei der Umsetzung unterstützen“, fordert Hold. Der gerade vom Bundesgesundheitsministerium vorgelegte Referentenentwurf zum Schutz von Patientendaten in der Telematikinfrastruktur solle deshalb intensiv auf Verbesserungsbedarf überprüft werden. „Staatsregierung und Landesbeauftragter für den Datenschutz müssen ihre Sachkenntnis hier voll einbringen und den Entwurf kritisch begleiten“, so Hold.


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