Die Polizei braucht dringend mehr Neueinstellungen, um auch in den kommenden Jahren ihre Sicherheitsaufgaben zum Wohle der Allgemeinheit erfüllen zu können. Diese Einschätzung wurde bei einem Gespräch in Landshut zwischen Polizeiführungskräften und Abgeordneten der FREIEN WÄHLER deutlich. Die Einstellungszahlen hinken demnach den Pensionsabgängen zunehmend hinterher. Ab 2013 gingen jährlich bayernweit rund 800 Kollegen in den Ruhestand, wobei sich diese Zahl in den Folgejahren auf rund 1.300 Altersabgänge weiter steigert. In Verbindung mit den zunehmenden Aufgaben, denen sich die Polizei gegenübersieht – ob Internetkriminalität oder steigende Gewaltbereitschaft – wird auch die Belastung für den einzelnen Beamten weiter zunehmen.
Die fortschreitende Überalterung der Polizei ist dabei genauso ein Problem wie die Häufung von Burnout-Fällen bei jungen Kollegen, welche auf zu kurze Erholungsphasen, vor allem im Schichtdienstbetrieb, hinweisen. Die FREIEN WÄHLER fordern deshalb von der Staatsregierung ein Personalentwicklungskonzept mit vorausschauender Planung. Wenigstens zehn Jahre müsse vernünftig in die Zukunft geplant werden, so Joachim Hanisch, MdL der FREIEN WÄHLER und Vorsitzender des Innenausschusses im Bayerischen Landtag. Der bisherige Ausbildungs- und Einstellungskorridor müsse deutlich gesteigert werden, da während der vierjährigen Ausbildung bis zu 30 Prozent der Bewerber wieder abspringen würden, was bisher zu wenig berücksichtigt werde.
Jutta Widmann, Abgeordnete der FREIEN WÄHLER aus Landshut, verwies auf zunehmende Klagen von Bürgern in Landshut über die zu schwache Streifenpräsenz der Polizei – vor allem abends und nachts.
Hubert Aiwanger, Fraktionsvorsitzender der FREIEN WÄHLER, kündigte weitere Vorstöße im Landtag an, um die Hilferufe der Polizei endlich ernst zu nehmen: „Der kleine Polizeibeamte klagt uns sein Leid, die Staatsregierung redet die Lage schön. Ich glaube dem kleinen Polizeibeamten mehr als dem Innenminister. Wir brauchen mehr junge Polizisten, sonst ist die Sicherheit zunehmend in Gefahr.




