München. Die FREIE WÄHLER Landtagsfraktion setzt sich dafür ein, Innovationen in der klinischen Forschung konsequenter zu fördern und schneller in die Anwendung zu bringen. Roswitha Toso, Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst, erläutert einen diesbezüglichen Dringlichkeitsantrag zum Plenum am Donnerstag: „Bayern verfügt über enorme Potenziale, die durch ein Innovationsfreiheitsgesetz besser gehoben werden müssen. Wenn wir den Anschluss an die weltweite Forschungsspitze nicht verlieren wollen, müssen wir Genehmigungszeiten an europäische Mindeststandards anpassen.“
Gerade im Vergleich mit anderen Nationen müsse Deutschland aufholen, da etwa Spanien die Bundesrepublik bei der Anzahl klinischer Arzneimittelprüfungen als Spitzenreiter in Europa abgelöst habe, warnt die Abgeordnete aus dem niederbayerischen Tittling. Um die Forschung zu stärken, müssten Bürokratie sowie Doppelstrukturen abgebaut und die Digitalisierung vorangebracht werden. Toso betont weiter, dass Wissenschaftsstandorte wie München oder Erlangen nur Weltklasse blieben, wenn der gesetzliche Rahmen echte Innovationsdynamik zulasse, statt Forscherdrang durch langwierige Verwaltungsakte zu ersticken. Durch eine Verzahnung nationaler und europäischer Systeme könne man Ressourcen effizienter nutzen und eine einheitliche Bewertungsgrundlage auf internationalem Niveau schaffen. „Unser Ziel bleibt es, Bayern als führenden Standort für Schlüsseltechnologien in der Medizin weiter zu etablieren“, so Toso.
Der gesundheitspolitischen Fraktionssprecherin Susann Enders liegt das Wohl der betroffenen Patienten am Herzen: „Klinische Studien sind entscheidend, um die Wirksamkeit und Sicherheit neuer Medikamente sowie therapeutischer Verfahren vor ihrer Zulassung zu bewerten.“ Eine Weiterentwicklung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) sei dringend geboten. „Vor allem Patienten mit seltenen Erkrankungen benötigen angepasste Bewertungswege, da klassische Anforderungen an den Nachweis hier oft unrealistisch sind“, unterstreicht Enders. Die Abgeordnete aus Weilheim in Oberbayern setzt sich dafür ein, dass die Staatsregierung gemeinsam mit dem Bund Nutzenbewertungen bei neuen Wirkmechanismen flexibilisiert. Nur so könne die Wettbewerbsfähigkeit des Pharmastandorts Bayern gesichert und ein schnellerer Zugang zu wirksamen Therapien ermöglicht werden.
Hinweis: Den Dringlichkeitsantrag „Turbo für die klinische Forschung: Förderung und schnellere Umsetzung von Innovationen“ finden Sie HIER.



