München. Der Mangel an Fach- und Hilfskräften in der Pflege ist dramatisch: Seit Jahren fehlt es an professionell Pflegenden – schätzungsweise 100.000 in Krankenhäusern und 120.000 in der stationären Langzeitpflege. „Bis zum Jahr 2035 könnte sich die Versorgungslücke auf insgesamt knapp 500.000 Fachkräfte vergrößern. Das wollen wir mit unserem heutigen Dringlichkeitsantrag um jeden Preis verhindern“, erklärt der pflegepolitische Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Thomas Zöller. Die Gründe für den zunehmenden Personalmangel seien vielfältig. „Zeitmangel ist ein großes Problem, da er Pflegekräften und Hebammen nicht erlaubt, ihre Arbeit so auszuführen, wie es fachlich erforderlich ist und ihrem professionellen Anspruch entspricht.“
Hinzu kämen das Fehlen einer verlässlichen Dienstplanung sowie unattraktive Arbeitszeiten, die sowohl die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als auch die Work-Life-Balance enorm erschwerten. „In der Folge gibt es nicht genug Neueinsteiger. Außerdem reduzieren viele Pflegekräfte und Hebammen ihre Arbeitszeit, sodass die Teilzeitquote im Pflegebereich aktuell bei 65 Prozent liegt“, so Zöller weiter. Allein mit inländischen Kräften könne der immense Bedarf nicht gedeckt werden. „Wir brauchen Migration, um dem sich immer weiter verschärfenden Fachkräftemangel zu begegnen. Das bayerische ‚Fast-Lane‘-Projekt ist dabei ein absolutes Erfolgsmodell – das zeigt die Zwei-Jahres-Bilanz eindrucksvoll. Seit dem Start am 1. Juli 2023 konnten bereits mehr als 1.000 Anträge auf Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen positiv entschieden werden“, betont der Landtagsabgeordnete.
Darüber hinaus fordert die FREIE WÄHLER-Fraktion verlässliche Arbeitszeitmodelle mit planbaren Urlaubs- und Freizeiten – beispielsweise durch Springerpools sowie Sicherstellung ihrer Finanzierung. „Außerdem müssen Vereinbarungen hinsichtlich der Arbeitszeiten – insbesondere zu Nachtzeiten, an Wochenenden und an Feiertagen – zwischen Stammbelegschaft und Leiharbeitskräften angeglichen werden. Auch den Ausbau der Digitalisierung gilt es konsequent voranzutreiben – gerade im Bereich der elektronischen Patienten- und Bewohnerdokumentationen. Auf diese Weise können wir Fachkräfte in der Pflege nachhaltig entlasten und den Beruf attraktiver gestalten“, so Zöller abschließend.
Hinweis: Den erwähnten Dringlichkeitsantrag „Leiharbeit in der Pflege begrenzen – Gleichbehandlung von Stammbelegschaft und Leiharbeitskräften fördern“ finden Sie HIER.






