München. Der private Lokalrundfunk in Bayern steht vor großen Herausforderungen: Seit etwa zehn Jahren sind die Hörerzahlen rückläufig; zwischen 2021 und 2025 ging die Tagesreichweite laut BLM-Funkanalyse von knapp 27 Prozent auf rund 22 Prozent zurück. Beim Parlamentarischen Abend „Privater Lokalrundfunk in der Krise“ hat die FREIE WÄHLER Landtagsfraktion am Montag mit Vertretern der bayerischen Lokalradios über Wege aus der Krise und notwendige politische Impulse diskutiert. Auf dem Podium sprachen unter anderem der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien Dr. Thorsten Schmiege, der Vorstandsvorsitzende des Verbands Bayerischer Lokalrundfunk Falk Zimmermann und Dr. Bernhard Hock, Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Bayerischer Rundfunkanbieter.
Fraktionschef Florian Streibl stellte fest: „Die privaten Lokalmedien – nicht nur in Bayern – durchleben wirtschaftlich harte Zeiten. Die Sender leben von Werbeeinnahmen, die aber wegen Wirtschaftsflaute und Streaming-Boom wegbrechen.“ Allerdings seien lokale Medien für die freie Meinungsbildung in unserem demokratischen Staatswesen unverzichtbar. Streibl forderte deshalb: „Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie eine lebendige und vielfältige private Medienlandschaft Stück für Stück aushungert.“ Die FREIE WÄHLER-Fraktion erneuerte ihre Forderung nach einer Digitalabgabe, deren Einnahmen zur Stützung des lokalen Mediensystems genutzt werden sollen. Laut Streibl kommt es dabei auf eine kluge Ausgestaltung an: „Neue Handelskonflikte gilt es zu vermeiden, und langfristig müssen wir die Unabhängigkeit der Privatmedien von öffentlichen Zuschüssen sichern.“
Der medienpolitische Fraktionssprecher und Rundfunkrat Rainer Ludwig konnte aus seiner langjährigen Erfahrung in der Medienwelt schöpfen: „Mehr als 30 Jahre durfte ich als Moderator das Lokalradio in meiner oberfränkischen Heimat mitgestalten. Aus dieser Erfahrung weiß ich, wie wichtig lokale Medien für eine verlässliche Information der Menschen vor Ort sind.“ Laut Ludwig greifen Fake News und Desinformation zunehmend auch im Regionalen um sich: „Mit Künstlicher Intelligenz ist es noch einfacher geworden, Informationen zu manipulieren.“ Der Abgeordnete aus Kulmbach beobachtet zugleich, dass interessierte Bürgerinnen und Bürger vor kommunalpolitischem Engagement zurückschrecken – aus Sorge vor Shitstorms oder einer gegen sie gerichteten Fake-News-Kampagne. Alle Beteiligten des Abends waren sich einig: Um entgegenzusteuern, braucht es einen vitalen Lokaljournalismus, der die Meinungsfreiheit und -vielfalt vor Ort stärkt.
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