Berchtesgaden. Staat und Kirche in Deutschland tragen auf vielfältige Weise zum Gemeinwohl und gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Diese historisch gewachsene Partnerschaft hat sich über Jahrzehnte bewährt und darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden – das geht aus einer am Dienstag vorgelegten Resolution der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion zur Winterklausur in Berchtesgaden hervor. Die Fraktion hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Beziehung weiter zu stärken. „Kirchliche Wohlfahrtsverbände wie die Caritas und die Diakonie übernehmen in Bayern und ganz Deutschland zentrale Aufgaben in Bereichen, die das Fundament unseres Zusammenlebens sichern: Familien- und Integrationsberatung, Pflege und Sozialarbeit, Kinder- und Jugendhilfe oder Unterstützung für Menschen in Not. Diese Arbeit verdient höchste Anerkennung und nachhaltige Unterstützung“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Florian Streibl.
Gabriele Stark-Angermeier, Vorständin des Caritasverbandes der Erzdiözese München und Freising, ergänzt: „Caritas fördert Teilhabe, Integration und Versorgungssicherheit und stärkt damit die Regionen. Trotz knapper werdender Mittel stellt die Caritas die Dienste sicher. Ein transparenter Dialog zwischen Kirche, Caritas und Politik sichert effizient die soziale Infrastruktur.“
Die Finanzierung sozialer Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände erfolge gemeinschaftlich – durch öffentliche Mittel und kirchliche Eigenbeiträge. „Die Kirchen tragen mit ihrem finanziellen Engagement wesentlich dazu bei, dass diese wichtigen sozialen Angebote bestehen und weiterentwickelt werden können“, so Streibl. Mit Blick auf den demografischen Wandel und die wachsende Zahl der Kirchenaustritte stünden Kirchen jedoch zunehmend vor finanziellen Herausforderungen. „Wenn die Kirchen ihre sozialen, kulturellen und bildungspolitischen Beiträge nicht mehr in gewohntem Umfang leisten können, drohen gravierende Lücken in der Versorgung. Der Staat allein kann diese Aufgaben nicht auffangen – weder personell noch finanziell“, betont der Landtagsabgeordnete aus Oberammergau.
Mit einer verlässlichen staatlichen Unterstützung und einem klaren Bekenntnis zu den bestehenden Staatsleistungen will die FREIE WÄHLER-Fraktion daher nicht nur Tradition sichern, sondern auch die Zukunft des sozialen Miteinanders aktiv gestalten. „Bayern steht für Verantwortung, Verlässlichkeit und Zusammenhalt – und damit auch für ein partnerschaftliches Verhältnis von Staat und Kirche im Dienst der Menschen. Und eins ist sicher: Die Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände leisten einen wertvollen Beitrag für Gemeinwohl, soziale Stabilität und menschliche Nähe – und sind daher für unsere Gesellschaft unverzichtbar“, so Streibl.
Dazu Prälat Dr. Lorenz Wolf: „Das Staat-Kirche-Verhältnis in Deutschland fußt auf einem verfassungs- und vertragsrechtlich begründeten freiheitlichen Kooperationssystem. Obwohl die Kirche häufig nicht mehr in der religiösen Dimension gesehen und mit einer gewinnorientierten ‚Sozialagentur‘ verwechselt wird, gibt es zum funktionierenden Kirche-Staat-System für beide Seiten wohl keine Alternative, die für die Gesellschaft nützlicher und gewinnbringender wäre. Das heißt jedoch nicht, dass bestehende Regelungen nicht immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden müssten. Das zu tun, ist Aufgabe von Politik und Kirche gleichermaßen.“
Hinweis: Die Resolution „Gesellschaftlichen Zusammenhalt sichern – Staat und Kirche Hand in Hand für das Gemeinwohl“ finden Sie HIER.

