Plech (do). Wie ist die Herausforderung „Stromversorgung“ in und durch Deutschland zu bewältigen? Braucht es die von Bundes- und Staatsregierung geplante Megastromtrasse von Sachsen-Anhalt quer durch Franken bis ins schwäbische Meitingen überhaupt? Welche Alternativen gibt es? Diesen und vielen weiteren Fragen stellten sich die Landtagsabgeordneten Ulrike Müller, Gabi Schmidt sowie Landtagsvizepräsident Peter Meyer am Donnerstagabend bei einer Informationsveranstaltung der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion in der oberfränkischen Gemeinde Plech.
„Wir FREIE WÄHLER fordern seit unserem erstmaligen Einzug in den Bayerischen Landtag vor fünf Jahren einen ‚Masterplan Energie‘ für Bayern“, sagte Ulrike Müller: „Lange vor der Atomkatastrophe von Fukushima haben wir die Staatsregierung bereits aufgefordert, die Bürger an den Erträgen regenerativer Energien zu beteiligen, weil die Energiewende nur so auf die nötige Akzeptanz stößt.“ Wirtschaftsministerin Ilse Aigner – vom Ministerpräsidenten mit der Energiewende betraut – habe in der Landtagsdebatte am Mittwoch jedoch kein einzi-ges Wort dazu gesagt, wie die Energiewende bewältigt werden soll – das sei beschämend. Karlheinz Escher, 1. Bürgermeister des Marktes Plech, beklagte, die Trassengegner würden auf Demonstrationen inzwischen zu Unrecht als Atomkraftbefürworter und Gegner der Energiewende beschimpft.
Peter Meyer hob die Doppelzüngigkeit von Ministerpräsident Horst Seehofer in Fragen der Energiewende hervor: „Seehofer trägt den Namen ‚Drehhofer‘ zu Recht, denn die Stromtras-se, von der er angeblich nichts gewusst haben will, haben seine eigenen CSU-Parteifreunde im vergangenen Jahr als Bundesgesetz mit verabschiedet.“ Fünf Wochen vor der Kommunalwahl spüre der Ministerpräsident nun den massiven Widerstand der Menschen im Freistaat und fordere ein ‚Stromtrassen-Moratorium‘, „aber unmittelbar nach den Wahlen wird Seehofer mit derselben Kaltschnäuzigkeit behaupten, dass die Trasse nun einmal benötigt werde – und das Projekt durchziehen“, ist Meyer überzeugt.
Befürchtungen, die auch die Abgeordnete Gabi Schmidt aus dem mittelfränkischen Uehlfeld teilt: „Diese Trasse bringt uns keinen Cent Steuereinnahmen und bedroht die Schönheit un-serer fränkischen Heimat. Hier geht es darum, Braunkohle- und Atomstrom so lange weiterproduzieren und -transportieren zu können, so lange es eben möglich ist.“ See-hofer schiebe die unbequemen Wahrheiten lediglich über die baldige Kommunal- und Euro-pawahl hinaus. Abschließend sagten die Abgeordneten zu, den Widerstand der Menschen gegen die geplante Megastromtasse in Form weiterer parlamentarischer Initiativen in den Bayerischen Landtag zu tragen – und wünschten viel Durchhaltevermögen im Kampf gegen die verfehlte Energiepolitik der Bayerischen Staatsregierung.



