München (lb). Der Bayerische Landtag hätte heute die Chance gehabt, die Staatsregierung in der Bildungspolitik wieder in die richtige Richtung zu führen. Hierzu hatte die FREIE WÄHLER Landtagsfraktion einen Gesetzentwurf eingebracht, der an bayerischen Gymnasien eine Wahlfreiheit zwischen acht- und neunjähriger Schulzeit vorsieht – eine Initiative, für die es sehr viele gute Argumente gibt, wie Günther Felbinger, MdL und bildungspolitischer Fraktionssprecher erläuterte: „Mehr Zeit für eine individuelle Förderung der Schüler, für außerschulisches und ehrenamtliches Engagement, eine optimale Vorbereitung für die Hochschulen – all das sind Gründe, weshalb so viele Schüler, Eltern und Lehrer in Bayern unser Vorhaben unterstützen. 26.000 Menschen haben unser angestrebtes Volksbegehren bereits unterschrieben.“
Seit zehn Jahren sei das G8 nun eine Bildungsbaustelle, der Widerstand dagegen wachse ständig, doch Kultusminister Spaenle halte unbeirrt am falschen Kurs fest, kritisierte Felbinger: „Wachen Sie auf, der bundesweite Trend geht eindeutig zum neunjährigen Gymnasium“, rief er dem Minister zu.
Felbingers Fraktionskollege Prof. Dr. Michael Piazolo erinnerte an die von Spaenle fürs Gymnasium verordnete Ruhe, die das Ministerium selbst derzeit so massiv störe: „Wer in Bayern Lehrerstellen streicht, ist ein Unruhestifter.“ Piazolo warb für den Gesetzentwurf der FREIEN WÄHLER: „Er ist klar und transparent. Wir wollen die Wahlfreiheit und eröffnen damit große Chancen für Schüler, für Lehrer und für die Schulen.“ Mit den Stimmen der CSU wurde der Antrag jedoch abgelehnt – eine verpasste Gelegenheit, wie Felbinger bedauerte: „Wir werden unseren Weg über das Volksbegehren weiter gehen, doch den Gymnasiasten geht leider wertvolle Zeit verloren.“



