München. Die FREIE WÄHLER Landtagsfraktion lehnt die Forderung von Bundeswirtschaftsminister Habeck nach neuen Abgaben auf Kapitalerträge ab. Das geht aus einem gemeinsamen Dringlichkeitsantrag hervor, den die beiden Regierungsfraktionen zum Plenum am Mittwoch in den Landtag eingebracht haben. „Wir fordern die künftige Bundesregierung auf, für attraktivere Rahmenbedingungen zugunsten von Sparern und Anlegern einzutreten“, erläutert der finanzpolitische Fraktionssprecher Stefan Frühbeißer.
Dazu sollten zusätzliche Anreize gesetzt werden, „damit Anlegen und Vermögensaufbau zur Alterssicherung attraktiver werden – gerade auch für Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen, sagt der Abgeordnete aus dem oberfränkischen Pottenstein weiter. „Sozialabgaben auf Kapitalerträge bremsen die Motivation der Menschen für ihre private Altersvorsorge geradezu aus. Das gilt es zu verhindern! Wir wollen die Chancen der Finanzmärkte in die Breite der Gesellschaft tragen“, so Frühbeißer weiter. Insbesondere der langfristige Vermögensaufbau am Kapitalmarkt mit Aktien, Fonds oder börsengehandelten Indexfonds (ETFs) sei ein wichtiger Baustein der privaten Altersvorsorge, der auch mit kleinen Beträgen aufgebaut und demnach noch stärker genutzt werden sollte.
„Obwohl die durchschnittliche jährliche Rendite am Aktienmarkt in den letzten 20 Jahren bei über acht Prozent lag und der Deutsche Aktienindex aktuell bei rund 21.000 Punkten notiert, wissen einer Umfrage zufolge 27 Prozent der 14- bis 24-Jährigen in Deutschland nicht, was eine Aktie ist“, moniert Frühbeißer. Dabei seien solche Finanzprodukte ideal, um möglichst viele Menschen an Unternehmenserfolgen zu beteiligen. Auch Anlagemöglichkeiten in staatliche Fonds, höhere Freibeträge und begleitetes Investieren für Jugendliche könnten Möglichkeiten sein, um mehr Menschen an Unternehmenserfolgen teilhaben zu lassen.
Als weitere Anreize zum Vermögensaufbau schlägt Frühbeißer die steuerfreie Veräußerung langfristig gehaltener Aktien im Privatvermögen oder eine Steuerfreistellung von Erträgen aus Einmalzahlungen langfristig laufender Kapitallebensversicherungen vor. Zwar seien die deutschen sozialen Sicherungssysteme an ihre finanziellen Grenzen geraten und bedürften dringender Reformen. „Doch zusätzliche Sozialabgaben sind der falsche Weg. Stattdessen brauchen wir eine Wirtschaftspolitik, die Leistung belohnt, Arbeitsplätze schafft und Investitionen auslöst“, so Frühbeißer abschließend.
Hinweis: Den erwähnten Dringlichkeitsantrag „Sparen & Geldanlage müssen attraktiv bleiben – breiter Zugang zu Finanzmärkten statt neuer Abgaben auf Kapitalerträge“ lesen Sie HIER



