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23.07.2025

FREIE WÄHLER-Fraktion würdigt Beitrag der Heimatvertriebenen zu Verständigung und Versöhnung in Europa

Pohl: Starkes Zeichen gegen das Vergessen und für eine lebendige Erinnerungskultur

München. Auf gemeinsame Initiative der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion sowie ihres Koalitionspartners befasst sich der Bayerische Landtag am Donnerstag mit dem Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen sowie ihrem herausragenden Beitrag zur europäischen Verständigung. Anlass ist der Dringlichkeitsantrag „80 Jahre Flucht und Vertreibung – 75 Jahre Verständigung: Verdienste der deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler um Frieden, Freiheit und Versöhnung umfassend würdigen!“.

Bernhard Pohl, Erster stellvertretender Vorsitzender der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion und Sprecher für Heimatvertriebene, erklärt: „Vor achtzig Jahren mussten rund 14 Millionen Deutsche infolge des Zweiten Weltkriegs ihre Heimat verlassen – viele verloren dabei ihr Leben. Die Sudetendeutschen wurden unter menschenunwürdigen Umständen aus ihrer Heimat vertrieben. Dennoch bekannten sich die Heimatvertriebenen bereits wenige Jahre später zur Verständigung mit den Völkern Osteuropas. Das war eine historische Zäsur und ein kraftvolles Signal für Verständigung und Versöhnung in Europa.“

Mit der Charta der deutschen Heimatvertriebenen vom 5. August 1950 sei es gelungen, den Kreislauf von Rache und Vergeltung zu durchbrechen. „Die Charta war ein Meilenstein auf dem Weg zu einem gemeinsamen Europa des Friedens – und ein mutiger Schritt in einer Zeit, in der die Wunden des Krieges noch offen waren“, betont Pohl. Es sei höchste Zeit, diesen Beitrag sichtbar zu würdigen. Die Fraktion fordere daher, im Herbst 2025 eine Plenarsitzung im Bayerischen Landtag diesem Thema zu widmen. „Wir wollen ein starkes Zeichen gegen das Vergessen und für eine lebendige Erinnerungskultur setzen – und damit auch unsere Solidarität mit den östlichen Nachbarn unterstreichen, die heute durch die russische Aggression besonders bedroht sind“, so Pohl.

Der Antrag würdigt die Rolle von Aussiedlern, Spätaussiedlern und heimatverbliebenen Landsleuten als Brückenbauer. Ohne ihren Beitrag wäre die europäische Einigung nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kaum denkbar gewesen. Gleichzeitig mahnt die FREIE WÄHLER-Fraktion, die Erinnerung an Flucht und Vertreibung sowie die Kultur der Vertriebenen lebendig zu halten. Staatliche Institutionen seien in der Pflicht, geschichtliches Bewusstsein zu fördern.

Hinweis: Den Dringlichkeitsantrag „80 Jahre Flucht und Vertreibung – 75 Jahre Verständigung: Verdienste der deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler um Frieden, Freiheit und Versöhnung umfassend würdigen!“ im Wortlaut finden Sie HIER.

Pressekontakt