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01.09.2025

FREIE WÄHLER-Fraktion fordert: Agrarpolitik neu denken – Zukunft durch Zertifizierung sichern

Müller: Landwirte brauchen Verlässlichkeit statt Bürokratie

München. Ulrike Müller, agrarpolitische Sprecherin der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion, fordert eine bürgernahe Agrarpolitik in Europa. Die Landwirte müssten stärker in den Mittelpunkt rücken und Brüssel von bürokratischen Auflagen Abstand nehmen. „Durch die Nutzung bestehender Qualitäts- und Zertifizierungsprogramme als zentrales Instrument für die Fördermittel der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) können wir Landwirten Rechtssicherheit geben, Verwaltung vereinfachen und die Marktorientierung stärken“, erklärt Müller.

Am 23. Oktober 2025 diskutieren in München ausgewählte Fachleute aus Qualitätssicherungssystemen, Bauernverbänden und Politik über den von Müller vorgelegten Vorschlag, Zertifizierung als Schlüssel für die Vereinfachung der europäischen Agrar- und Ernährungspolitik einzusetzen. Mit dieser Veranstaltung setzt die FREIE WÄHLER-Fraktion bewusst ein Signal für mehr Praxisnähe und weniger Bürokratie in der Agrarpolitik.

Hintergrund ist der am 16. Juli 2025 vorgelegte Vorschlag der EU-Kommission für den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 2028–2034, der auch die Gemeinsame Agrarpolitik umfasst. Den Plänen zufolge soll die Agrarpolitik in einem einzigen Fonds verankert werden – zusammen mit Regional-, Fischerei- und Sozialpolitik. Für Landwirte in Bayern würden diese Vorgaben bedeuten: Sie müssten mit 30 Prozent weniger Mitteln auskommen und sich auf einen Rechtsrahmen einstellen, der statt drei künftig fünf Verordnungen umfasst. Zugleich bleiben sämtliche Grund- und Umweltauflagen bestehen – teilweise lediglich unter neuen Bezeichnungen. Gerade deshalb sieht die FREIE WÄHLER Landtagsfraktion dringenden Handlungsbedarf, um drohende Mittelkürzungen möglichst abzuwenden und über dringend notwendige Verwaltungsvereinfachungen Kostensenkungen herbeizuführen.

Müller warnt: „Europas Landwirte sehen sich ab 2028 mit weniger Geld, mehr Auflagen und wachsender Bürokratie konfrontiert.“ Die Landtagsabgeordnete aus dem schwäbischen Missen-Wilhams verweist darauf, dass sie bereits 2018 als Verhandlungsführerin des Europäischen Parlaments zur aktuellen GAP eine stärker bürger- und praxisorientierte Ausrichtung eingefordert habe. „Eine Agrarpolitik für Europa darf nicht von oben herab entschieden werden, sondern muss die Landwirte ins Zentrum stellen. Zertifizierungen nach einheitlichem EU-Rahmen, ähnlich wie bei der bestehenden Bio-Verordnung, sind der richtige Weg“, unterstreicht Müller abschließend.

Pressekontakt