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26.11.2015
Kommunen in Oberfranken kämpfen gegen neue Stromtrassen

Glauber appelliert an Aigner: Tourismusregion nicht durch weitere Trasse durchschneiden

München. Die Kommunen des westlichen Oberfrankens wehren sich gegen neue Stromtrassenpläne der Staatsregierung. Thorsten Glauber, stellvertretender Vorsitzender und energiepolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion, bringt dies in einem Brief an Staatsministerin Aigner zum Ausdruck. Nachfolgend das Dokument im Wortlaut:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir in Oberfranken, in den Landkreisen Forchheim, Bamberg, Coburg, Lichtenfels müssen nun zur Kenntnis nehmen, dass durch die Überplanung der HGÜ-Trassen aus „2 minus X“ am Ende zwei HGÜ-Trassen bleiben und wir im regionalen Planungsverband Oberfranken-West noch eine zusätzliche Hochspannungsübertragungsleitung, die sogenannte „P44mod“, bekommen sollen.

Es ist für mich als energiepolitischer Sprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion und Abgeordneter aus Oberfranken absolut unakzeptabel, dass mit mehr anstatt weniger Leitungsplänen zu rechnen ist. Die Bayerische Staatsregierung steigt aus der regionalen und dezentralen Energiegewinnung aus und anstelle die Wertschöpfung in den einzelnen Regierungsbezirken zu generieren, werden wir mit immer neuen Hochspannungsübertragungstrassen konfrontiert.  Die Bundesregierung sucht nach Konzepten mehr Braunkohlestrom aus dem Osten in Süddeutschland zu verteilen!

Ich werde nicht widerstandlos hinnehmen, dass mit der „P44mod“ quer durch Oberfranken eine weitere Hochspannungsübertragungsleitung die Tourismusregion Oberfranken durchschneidet.

Seit Ende Oktober 2015 steht der neue Netzentwicklungsplan 2025 zur Konsultation. Dieser aktuelle Entwurf bringt einen völlig neuen Trassenausbau ins Gespräch. Das sogenannte Netzausbauprojekt P 44mod. sieht eine Netzverstärkung im bestehenden Trassenraum mit zwei zusätzlichen Stromkreisen zwischen Altenfeld über Würgau nach Ludersheim vor.

Maßgeblich hiervon wären auch die Landkreise Bamberg, Lichtenfels und  Coburg  betroffen. Der Netzentwicklungsplan 2025 sieht die Verstärkung einer bereits bestehenden 380 kV-Leitung vor. Hierfür müssten die Masten der bestehenden Trasse erneuert und durch größere ersetzt werden oder eine neue Paralleltrasse errichtet werden, die quer den regionalen Planungsverband führt.

Die Planung zu P 44 mod. ist das Ergebnis der Koalitionsvereinbarung vom 1. Juli 2015, wonach die von der Bundesnetzagentur bereits im Netzentwicklungsplan 2014 bestätigte Netzverstärkung P 44 zwischen Schalkau und Grafenrheinfeld „aus politischen Gründen verworfen“ wurde.

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Glauber,  MdL

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender

energiepolitischer Sprecher

Mitglied Bayerischer Landtag


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