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Dr. Hans Jürgen FahnDr. Hans Jürgen Fahn
22.03.2011

Pannen-Reaktor Grafenrheinfeld

Unabhängiges Gutachten zum AKW Grafenrheinfeld gefordert

Das unterfränkische Atomkraftwerk Grafenrheinfeld geht am Samstag vom Netz. Nicht wegen des dreimonatigen Moratoriums der Bundesregierung, sondern wegen eines Defekts im Kühlsystem. Das Bayerische Umweltministerium hatte die Panne monatelang vertuscht.

„Ein Skandal“, findet der unterfränkische Abgeordnete der FREIEN WÄHLER, Dr. Hans Jürgen Fahn. Fahn hatte an das Bayerische Umweltministerium geschrieben und um Aufklärung gebeten – auch darüber, warum die Öffentlichkeit erst so spät über die Gefährdung informiert wurde: „Jetzt haben wir die Chance, die Fakten auf den Tisch zu legen und wenigstens ein bisschen Vertrauen der Bürger zurück zu gewinnen. Die Bürger haben ein Recht auf die Wahrheit. Ich fordere daher, dass ein unabhängiger Gutachter den Austausch und die weitere Überprüfung des defekten Wärmeschutzrohrs überprüft.“

 Fahn ist sehr verärgert, dass Umweltminister Markus Söder in seinem Antwortschreiben bis heute keine Unterlagen und Gutachten zu dem Vorfall vorgelegt hat. Ebenso wenig sei Söder darauf eingegangen, warum die Öffentlichkeit erst so spät über mögliche Risiken informiert wurde. „Informationen für die Öffentlichkeit stehen beim Umweltministerium und beim Kraftwerksbetreiber ‚E.ON‘ offenbar an letzter Stelle. Ich frage mich, warum, und ich frage mich auch, ob da womöglich noch mehr Schäden vertuscht werden sollen“, sagte Fahn weiter.

 Deshalb unterstützt der Abgeordnete der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion die Forderung nach einer unabhängigen Prüfung nachdrücklich. Als neutralen und objektiven Prüfer schlägt Fahn den ehemaligen Abteilungsleiter des Bundesumweltministeriums, Wolfgang Renneberg vor, „weil er sich durch seine Distanz zur Atomlobby auszeichnet und eine unabhängige Expertenmeinung hat.“  

Renneberg hatte im Zusammenhang mit dem Defekt in Grafenrheinfeld bereits geäußert, dass ihm kein anderer Fall bekannt ist, in dem ein Atomkraftwerk nach einem solchen Befund noch weiterbetrieben worden sei.


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